Ausbau der Neckarschleusen Voraussetzung für die Zukunft der Wasserstraße

Peter Hauk MdL besichtigt die Staustufe Guttenbach

Neckar-Odenwald-Kreis. Beeindruckt zeigte sich der Neckar-Odenwälder Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion bei der Besichtigung der Schleuse Guttenbach: „Obwohl man meint, die Bauwerke zu kennen, da man ja oft daran vorbeifährt, ist es hochinteressant, die Dimensionen und die Kräfte, die vor Ort wirken, aus nächster Nähe zu erfahren.“ Jörg Huber, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg und Björn Berlenbach, stellvertretender Leiter des Amts für Neckarausbau, begrüßten Hauk zunächst in der Steuerstelle der Schleuse in Guttenbach. Ebenfalls hinzu kamen die beiden Bürgermeister Norman Link aus Neckargerach, der für das auf Neckargeracher Gemarkung liegende Wasserkraftwerk verantwortlich zeichnet, sowie Peter Keller aus Binau, dessen Kommune wiederum die Schleuse auf ihren Flächen beheimatet. Hauk wollte sich vor Ort zum Thema Neckarschleusenausbau erkundigen.

 

Peter Hauk MdL besucht die Staustufe Guttenbach. V.l.: Jörg Huber, Björn Berlenbach, Peter Hauk MdL, Peter Keller, Norman Link

Peter Hauk MdL besucht die Staustufe Guttenbach. V.l.: Jörg Huber, Björn Berlenbach, Peter Hauk MdL, Peter Keller, Norman Link

Huber zeigte zu Beginn die Bedeutung der Wasserstraße auf: „Der Neckar ist auf eine Länge von 203 km zwischen Mannheim und Plochingen als Schifffahrtsweg für Güterschiffe mit einer Ladefähigkeit bis rund 2.400 Tonnen ausgebaut. Er verbindet die Industriezentren um Stuttgart und Heilbronn mit dem Rhein und damit mit den internationalen Wasserstraßen. 2012 wurden insgesamt rd. 7,5 Millionen Tonnen befördert, was einer Steigerung von 560.000 Tonnen gegenüber 2011 entspricht.“ Lediglich 7.332 Schiffe seien für das Frachtaufkommen verantwortlich. „Das verdeutlicht, dass der Trend hin zu größeren Frachtschiffen geht und ist ein wichtiger Grund für den begonnenen Ausbau für 135-m-Schiffe am unteren Neckar, der nach derzeitigen Planungen im Jahr 2026 den Hafen Heilbronn erreichen soll“, machte Berlenbach klar. Derzeit seien die Schleusen lediglich für Schiffe mit einer Länge von 105 Metern ausgelegt. Durch die Verlängerung der Schleusen werde die Konkurrenzfähigkeit der Wasserstraße deutlich verbessert. Könnten die Waren nicht über die Wasserstraße transportiert werden, würde das einer zusätzlichen Belastung von rund 300.000 LKWs auf den Straßen zwischen Mannheim und Stuttgart bedeuten. Der Ausbau bringe daher auch eine ökologische Rendite mit sich: „Die neuesten Generationen der Binnenschiffe, die sauberer und sparsamer sind, benötigen die verlängerten Schleusen. Daher fahren auf dem Neckar zumeist die älteren, kleineren Schiffe, die nicht immer über eine optimale Ökobilanz verfügen“, so Huber.

Peter Hauk MdL besucht die Staustufe Guttenbach.

Peter Hauk MdL besucht die Staustufe Guttenbach.

Hauk machte deutlich, dass ihm der umweltfreundliche Warentransport auf der Wasserstraße Neckar ein wichtiges Anliegen sei und er sich dafür einsetze, dass der Schleusenausbau auch durchgängig bis Plochingen stattfinde und nicht schon in Heilbronn ende, wie es schon einmal von Verkehrsminister Hermann vorgeschlagen worden sei. Für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg ist der Neckar neben Schiene und Straße ein wichtiges Rückgrat für den Gütertransport.

Peter Hauk MdL besucht die Staustufe Guttenbach.

Peter Hauk MdL besucht die Staustufe Guttenbach.

„Das Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg hat am unteren Neckar zwischen Mannheim und Heilbronn 12 große Stauanlagen mit insgesamt 25 großen Schleusenkammern und 40 Wehrverschlüssen zu unterhalten. Die Stauanlagen sind die Grundvoraussetzung für die Schifffahrt und Energiegewinnung durch Wasserkraftnutzung. Die Anlagen haben ein Alter von rund 80 Jahren“, erläuterte Huber. „Dies ist zugleich auch unsere große Herausforderung. Durch unsere Unterhaltungsprogramme ist es jedoch gelungen, dass am unteren Neckar bislang auf Grund von Anlagenversagen noch keine längerfristige Schifffahrtssperre eingetreten ist. Dies hätte mit Sicherheit auch Auswirkungen auf die Attraktivität der Wasserstraße gehabt.“ Das Schleusenreparaturprogramm sei unabhängig vom geplanten Schleusenausbau zu betrachten, das seit den 1970er Jahren jährlich auf Grundlage der gemeldeten Bauwerksmängel bei Bauwerksprüfung, Bauwerksüberwachung und Bauwerksbesichtigung erstellt werde. Dabei gehe es neben der Beseitigung von Schäden an den Torkonstruktionen um den Austausch von Verschleißteilen an den Schleusentoren, den Füll- und Entleerungsorganen sowie an den Antrieben.

 

Im Anschluss folgte die gemeinsame Besichtigung der Wehranlage sowie der Schleusenkammern.